Faires Spielzeug und Bälle

Faire Bälle

Foto: Bildungszentrum Roggenburg

Ein großer Teil des in Deutschland verkauften Spielzeugs wird im Ausland produziert. Oft in China unter schlechten Arbeitsbedingungen. Arbeits- und Sozialstandards spielen hier keine Rolle. Die Arbeiter stehen besonders in Saisonhochzeiten unter enormen Druck. Bis zu 175 Überstunden pro Monat sind hier keine Seltenheit. Hinzu kommen ungenügender Arbeitsschutz, beengte, zum Teil unhygienische Zustände in den Fabrikunterkünften und der Umgang mit gefährlichen Chemikalien. Der Kauf von Spielwaren sollte bewusste geschehen. Es kann schon helfen, beim Produkt auf das Herkunftsland zu schauen. Regionale Ware aus Deutschland hat kleine Transportwege und sicher bessere Produktionsbedingungen zugrunde liegen als Spielwaren aus Südostasien. In einer globalisierten Welt wird jedoch nicht jedes Produkt in Deutschland hergestellt. Die Ballproduktion auch für den deutschen Markt liegt überwiegend in Pakistan. Sialkot im nordöstlichen Pakistan ist die Welthauptstadt der Fußballproduktion. Hier fertigen ca. 700 Hersteller jährlich 80 Millionen Fußbälle. Alle großen Hersteller lassen hier Produzieren. Beim Kauf eines Balls sollte man nicht nur auf die Marke und Qualität, sondern auch auf soziale und auf ökologische Verträglichkeit in der Ballproduktion achten.


Ein Beispiel eines Unternehmens, welches fair produzierte Bälle aus Sialkot in Deutschland vertreibt, ist die Bad Boyz Ballfabrik aus Nürnberg. Bad Boyz lässt seine Bälle bei Fairtrade zertifizierten Herstellern produzieren. Hier ist gewährleistet, dass die Arbeitnehmer*innen in sauberen, hellen und großen Räumlichkeiten, ausgerüstet mit Klima- und Abluftanlagen arbeiten. Fairtrade steht in diesem Fall für stabile Löhne, eine Prämie für Gemeinschaftsprojekte im Herstellungsort des Betriebes und das Verbot der Diskriminierung. Beispiele für soziale Projekte sind die Einrichtung einer öffentlichen und kostenlos nutzbaren Trinkwasserstelle mit spezieller Filteranlage oder ein umfangreiches, medizinisches Vorsorgeangebot für die Arbeiter*innen. Die Fairtrade-Abrechnung geschieht mit dem Hersteller über getrennte Zahlungsflüsse. Mit dem Einkaufspreis deckt der Hersteller seine Kosten und erzielt seine Gewinne. 5 % Compliance, die zu dem Einkaufspreis dazu kommen, dürfen vom Hersteller ausschließlich zur Umsetzung von Fairtrade-Vorgaben genutzt werden. 10 % Fairtrade-Prämie kommen auf das Arbeitnehmervertreterkonto und die gewählte Arbeitnehmervertretung entschiedet über den Einsatz dieser Mittel. Zudem setzt Bad Boyz in der Herstellung der Bälle auf die Verwendung von unbedenklichen, schadstofffreien Materialien. Die Bälle von Bad Boyz können direkt über die Firma oder über die Weltläden bezogen werden. Auch andere Fairtrade Unternehmen verkaufen faire Bälle. Die Sportvereine in der Fairtrade-Gemeinde Roggenburg trainieren bereits mit fairen Bällen der Bad Boyz Ballfabrik!

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